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NEUNTES KAPITEL - DIE
WÖLFE
Im Gasthaus "Zum feuerspeienden Drachen"
herrschte reges Treiben. Eine große Schar Zwerge war angekommen. Ihre
knarzigen Stimmen schwangen laut und wirr im Raum. Die Zwerge redeten
alle zur gleichen Zeit, so dass man sich wundern musste, dass sie
einander überhaupt verstanden. Dabei liefen sie wild hin und her und
besetzten mehrere Tische in der Nähe der Eingangstür. Ihre langen Bärte
und untersetzten Gestalten wirbelten durch den Raum. Meoseld, Tharbath
und Arodan sahen dem Treiben belustigt zu. Einer der Zwerge kam zu den
Waldläufern an den Kamin herüber und stellte sich als Balani der II.
vor. Er stand zögerlich vor den Dreien. Schließlich boten sie ihm einen
Platz an.
"Meine Freunde und ich", sagte er und zeigte auf die vielen Zwerge,
"sind auf dem Weg zu den Grotten von Orkney. Grymbli, aus Derbins Sippe,
ist nun Herr der funkelnden Höhlen. Ihr kennt doch Grymbli, Grimsbarts
Sohn?"
Die Waldläufer nickten und Balani fuhr fort: "Viele von uns sind seinem
Ruf bereits gefolgt und aus Rath Arainion aufgebrochen, um ihm nach
Asturien zu folgen. Es heißt, das Rote Sonnengebirge birgt in seinem
Innern mehr als tausend Schätze von unbeschreiblichem Wert. Und da die
Asturianer uns Zwergen das Schürfen überlassen haben, kommen immer
mehr." Balani schüttelte sich belustigt und Goldrausch glitzerte in
seinen Augen. Verschwörerisch flüsterte er: "Wir Zwerge verstehen uns
auf dieses kunstvolle Handwerk auch besser als die Menschen! Grymbli,
Grimsbarts Sohn, zahlt dem König von Astúrien ja auch die Hälfte der
Edelsteine und des geschürften Goldes als Tribut. Wenn ihr mich fragt,
viel zu viel! Zumal er außerdem zum Dank beim Ausbau der Felsenburg
behilflich ist." Balani wirkte zornig, aber dann huschte ein Lächeln
durch sein Gesicht. "Wir folgen nun auch Grymblis Ruf. Meine Sippschaft
ist nicht groß, stand jedoch schon immer im Dienste der Grimsbarts.
Daher sind auch wir aufgebrochen, die neue Heimat zu besiedeln."
"Wie viele von euch kommen denn noch?", fragte Arodan besorgt.
Balani der II. lachte und schüttelte den Kopf. "Keine Sorge. Unser alter
Stammesfürst bleibt mit den meisten Zwergen in Rath Arainion tief im
Innern des Wintergebirges. Die wenigsten ziehen jetzt noch um. Es gibt
nicht viele, die so mutig sind wie wir und den Drang verspüren, eine
neue Grotte auszubauen. Doch wir sind anders. Schon immer dienten wir
Grimsbarts Sohn. Grymbli hat sich nun in Orkney, am Fuße des Roten
Sonnengebirges niedergelassen. Das ist für uns Grund genug, ihm zu
folgen. Ihr kennt doch das Rote Sonnengebirge?"
Die Waldläufer nickten erneut. Balani lächelte seelig und sprach
versonnen: "Ein wunderbares Schürfgebiet, glitzernde Edelsteine, wohin
das Auge blickt und Unmengen von Gold! Es heißt, dass auch Platinil
gefunden wurde", raunte der Zwerg verschwörerisch. Mit dem Kopf hatte er
sich auf seine riesige Axt gestützt und blickte verträumt ins Leere.
"Wie kommt es, dass ihr den wesentlich weiteren Weg in westlicher
Richtung über Berwick eingeschlagen habt?", fragte Tharbath
interessiert.
"Hm, ja. Das ist ganz leicht zu erklären. Wir haben Verwandschaft in den
Bergen von Umbriador besucht. Denke, wir werden sie so schnell nicht
wiedersehen." Balani lächelte. "Aber morgen ist es soweit. Dann ziehen
wir auf dem Grünen Strauchweg nach Astúrien."
"Da habt ihr aber noch einen weiten Weg vor euch", sagte Tharbath.
"Mehr als dreißig Tagesmärsche sind es bis zur Udmalstromfurt am Ende
des Grauen Schneegebirges", fügte Arodan hinzu. Dann schwiegen die
Waldläufer.
Balani sah sie fragend an. "Ist der Weg denn auch sicher?"
Meoseld dachte nur einen kurzen Moment an das eisige Grauen, welches
sich seiner auf dem Grünen Strauchweg vor fast zwei Jahren bemächtigt
hatte. Dann antwortete er: "Uns sind keine Gefahren bekannt, die Wölfe
ziehen um diese Jahreszeit in den Shellinghöhen umher. Ich denke, ihr
werdet sicher nach Astúrien gelangen."
Balani bedankte sich für die Auskunft und ging zu seinen Gefährten
hinüber, mit denen er sich über die wirklich wichtigen Dinge unterhalten
konnte, den Bergbau und die Schätze, die sie zu schürfen hofften.
Meoseld blickte ihm nachdenklich hinterher. Er war dem Grünen Strauchweg
seit dem Vorfall nicht mehr gefolgt, obwohl seine Gedanken oft in dem
kleinen Waldstück weilten. Dann sah er in die verschlossenen Gesichter
seiner Gefährten. Sie blickten ihn erwartungsvoll an.
Tharbath sprach: "Wir sollten sie ein Stück des Weges begleiten."
Arodan und Meoseld nickten. Es war beschlossen und sie erhoben sich, um
noch ein wenig zu ruhen, bevor sie morgen mit den Zwergen aufbrechen
würden.
Als die Sonne am nächsten Tag im Osten ihre warmen Strahlen auf die Erde
schickte, quoll der lärmende Haufen der Zwerge aus dem Gasthaus. Der
Schankmeister Prunus Padus geleitete sie nach draußen und wünschte ihnen
für ihre Reise alles Gute. Jeder der Zwerge schüttelte ihm die Hand und
bedankte sich für die Gastfreundschaft. Dann zog die lärmende Horde
davon. Arodan stand im Stall und schüttelte den Kopf. Er streichelte
seiner Schimmelstute den Hals. Dann sattelte er sie. Feuermähne und der
falbe Hengst von Tharbath standen in der Box und warteten bereits auf
ihre Herrn. Feuermähne schnaubte leise und Arodan wusste, dass Meoseld
und Tharbath gleich wie ein unmerklicher Schatten aus dem Nichts
auftauchen würden. Er schwang sich auf sein Pferd und ritt aus den
Stallungen. Erst ließ er das Gasthaus und dann Berwick hinter sich,
tauchte ein in die spärliche Waldgegend der Berwicktäler. Heute morgen
würde er als Erster auf Kundschaft reiten.
Meoseld und Tharbath betraten die Gaststube und setzen sich an den
Kamin. Der Wirt Prunus Padus reichte ihnen einen kleinen Sack mit
Verpflegung. Zusätzlich stellte er noch zwei große Krüge vom köstlichen
Gerstenbräu auf den Tisch. Doch die beiden lehnten dankend ab und
stopften ihre langstieligen Pfeifen. Wenig später bliesen sie kleine
Rauchkringel in die dicke Luft der Schankstube, in der sich außer ihnen
nur noch zwei weitere Gäste aufhielten.
Es waren Berries, wie die Menschen Berwicks genannt wurden, die sich
leise unterhielten und dabei ihre Augen unruhig im Raum umherschweifen
ließen. "Hast du es auch schon gehört?", fragte der eine von ihnen.
"Große Wölfe sollen hier in der Gegend umherstreifen. Riesige Tiere mit
roten Augen in der Größe von Ponys." Der andere nickte wissend.
"Man sagt, sie töten alle, die ihnen in die Quere kommen!"
Meoseld blickte unmerklich auf und belauschte höchst interessiert das
Gespräch der Berries, ohne das diese etwas davon bemerkten. Wussten sie
doch nichts von dem außergewöhnlich guten Gehör der Etrikaner. Vor zwei
Tagen erst waren sie von Norden nach Berwick gekommen und hatten von
Wölfen, die mordend durch die Lande streiften, nichts gehört, geschweige
denn bemerkt.
Auch Tharbath belauschte die Unterhaltung der beiden Berries
interessiert. Die beiden schmierigen Gestalten blickten verächtlich zu
ihnen herüber.
"Die Waldläufer haben auch schon besser die Wälder und Höhen von
derartigem Unrat sauber gehalten", flüsterte der eine und setzte ein
grimmiges Gesicht auf, als er zu den beiden Waldläufern hinüber sah.
"Man munkelt, dass der alte Einsiedler ihnen als erstes zum Opfer
gefallen ist. Die Gegend ist nicht mehr so sicher wie früher", sagte der
andere,
Sie hoben ihre Krüge und schütteten sich das Gesöff die Kehle hinunter.
Es schien, als wollten sie sich betrinken.
Meoseld blickte fragend zu Tharbath, der unwissend Schultern hob. Mit
der Gemütlichkeit war es vorbei. Schnell standen sie auf, verließen die
Gaststube ohne Gruß, liefen hinüber zu den Stallungen und schwangen sich
auf ihre Pferde. Innerhalb weniger Augenblicke ritten sie durch das Tor
und folgten den Zwergen auf dem Grünen Strauchweg.
Bereits von weitem war der Zwerge Gezeter zu hören. Ein bunter Haufen,
der lachend und singend nach Süden zog. Als sie die kleinen Wesen
erreicht hatten, jubelte ihnen Balani der II. zu: "Ho, ho, meine Herren
Waldläufer! Wie schön, dass ihr uns ein wenig begleitet."
Meoseld und Tharbath ritten auf ihn zu und wechselten ein paar Worte mit
ihm. "Wir werden die nähere Umgebung erkunden und beobachten", sprach
Tharbath zu Balani. Dann ritt er links und Meoseld rechts in das kleine
Wäldchen am Rande des Grünen Strauchweges, des ansonsten spärlich
bewachsenen Ödlandes.
Balani rief ihnen hinterher, sie mögen doch bleiben, mit ihnen trinken
und singen. Doch die beiden waren bereits fort, bevor er den Satz zu
Ende gesprochen hatte.
"Merkwürdige Menschen diese Waldläufer", sprach er und schüttelte den
Kopf. Dann wandte er sich wieder seinen Gefährten zu und die Zwerge
setzten singend und wild durcheinander redend ihren Weg fort.
Trotz ihres kleinen Wuchses, sie wurden meist nur viereinhalb bis fünf
Fuß groß, waren die Zwerge außerordentlich robust und ausdauernd. Sie
vermochten weite Strecken raschen Schrittes zurückzulegen. Gegen Abend
waren sie daher auch viele Meilen gewandert und rasteten in einer
kleinen, von Bäumen umrandeten Senke. Sie schürten ein kleines Feuer.
Dann saßen zweiunddreißig Zwerge schwatzend und kauend um das Feuer
herum und erzählten sich Geschichten von den Heldentaten ihrer
Vorfahren. Der Schein der Flammen tanzte auf ihren runden Gesichtern und
sie strichen über ihre langen Bärte. Jeder hielt seine Axt in den
Händen; eine Waffe, mit der sie ausgesprochen gut zu kämpfen vermochten.
Als der Mond über den Wipfeln der Bäume zu ihnen herunter schien, hörten
sie aus der Ferne ein mehrstimmiges Knurren und Heulen.
"Wölfe", raunte einer der Zwerge.
"Wir werden Wachen aufstellen", rief Balani in die Menge und wies vier
Zwerge an, sich in angemessener Entfernung um die Lagernden zu
postieren. Die Vier erhoben sich maulend und gingen in die verschiedenen
Himmelsrichtungen davon.
Die Nacht war klar und nur langsam kehrte Ruhe in das Lager ein. Balani
blieb vorsichtshalber am Feuer sitzen, lauschte den Klängen der Nacht
und den fernen, drohenden klingenden Geräuschen, die allmählich lauter
wurden.
Um Mitternacht preschten die Waldläufer in rasenden Galopp auf das Lager
zu, so dass alle Zwerge aus dem Schlaf fuhren und sich wütend erhoben.
Meoseld rannte auf Balani zu und rief ihm laut entgegen: "Riesige Wölfe
sind auf dem Vormarsch! Sie werden das Lager in Kürze erreichen und
bestimmt greifen sie an. Noch sind sie mehr als eine Meile von hier
entfernt. Doch schon bald werden sie da sein."
"Wie viele sind es?"
"Vielleicht zehn, auf keinen Fall weniger! Sie sind äußerst aggressiv.
Glaubt mir, sie werden angreifen!", sprach Meoseld zu Balani.
Die Zwerge schüttelten ungläubig ihre Köpfe.
"Rüstet euch zum Kampf und bereitet die Verteidigung vor", rief Balani
aufgeregt.
Tharbath und Arodan stellten sich zum Schutz der Halbwüchsigen am Rand
der Lichtung auf. Endlich wurde den Zwergen der Ernst der Lage klar und
unter ihnen brach Tumult aus. Sie liefen aufgeregt umher, so dass Balani
Mühe hatte, sie zur Ruhe und Ordnung zu zwingen. Doch dann arbeiteten
sie Hand in Hand und verrichteten alle notwendigen Dinge recht schnell.
Sie vergrößerten das Feuer, schlugen starke Äste von den Bäumen und
spitzten sie, dass sie zu hölzernen Speeren wurden. Jeder Zwerg hielt
nach kurzer Zeit seine Axt und einen solchen großen Stock in seinen
Händen. Diesen konnte man auch am Feuer anzünden, um damit die Wölfe auf
sichere Entfernung zu halten. Dann standen sie im Kreis und warteten.
Meoseld schickte die Pferde ins Ödland zurück. Feuermähne war ein kluges
Tier, das den Wölfen ausweichen würde und die Pferde sicher aus der
Gefahr führen konnte.
Arodan erklomm den größten Baum im Rund und blickte in die Richtung, aus
der die Wölfe bald auftauchen mussten. Das Grollen der nahenden Meute
verstärkte sich und das Knurren wurde immer lauter. Durch die Bäumen
hindurch konnte man in einiger Entfernung bereits die roten Augen der
Wölfe aufblitzen sehen.
Dann hallte ein markerschütternder Schrei durch den Wald.
"Das war Darium", rief einer der Zwerge und rannte in die Richtung, aus
welcher der Schrei zu hören war. Balani brüllte ihm nach: "Bleib hier,
Belger!" Doch der Angerufene rannte weiter. Einige Zwerge die ihm folgen
wollten, hörten auf ihren Anführer, blieben stehen und kehrten schnell
zur Gruppe ans Feuer zurück. Sie blickten voller Sorge Belger hinterher.
Kaum dass er die erste Tanne erreicht hatte, schoss hinter dem Baum
blitzschnell ein riesiger Schatten hervor, hackte seine scharfen Zähne
in den schmächtigen Körper Belgers und zerfleischte den Zwerg, der nicht
einmal mehr schreien konnte. Dann stierten zwei rote Augen auf das
Lager, bevor sie in der Dunkelheit verschwanden. Die anderen Zwerge
mussten zusehen, wie die Bestie ihren Gefährten mit sich zerrte. Pfeile
jagten durch die Luft, trafen den Wolf jedoch nicht. Er wich den
Pfeilen, die es bis in seine Nähe schafften, geschickt aus und ward aus
dem Sichtfeld der Gruppe verschwunden.
Die heulende und grollende Meute der riesigen Warge zog den Kreis enger
um die Zwerge und schloss sie ein. Arodan kletterte vom Baum herab, denn
er wusste, dass der Angriff nun bald erfolgen würde. Rasch legten die
Waldläufer neue Pfeile in ihre Bögen ein. Dann wurde es unheimliche
still. Niemand rührte sich. Selbst das Rauschen der Tannen war
verklungen. Die Luft war zum Zerreißen gespannt, als plötzlich ein
böses, mehrstimmiges Knurren das Schweigen durchbrach. Die Zwerge
erschraken sich furchtbar und zitterten, obwohl sie versuchten, ihren
Schrecken zu verbergen. Doch ihre angsterfüllten Augen sagten alles.
Balani sorgte sich um die Posten, die noch draußen in dem Wäldchen
waren, als ein jäher Schrei des Todes ihn aus seinen Gedanken riss. Alle
standen wie angewurzelt am Boden und schauten entsetzt in die Richtung,
aus welcher der sterbende Laut zu hören war. Keiner der Zwerge wagte
sich nun auch nur einen Schritt vom Feuer weg. Panikartige Unruhe befiel
die Halbwüchsigen und Angst breitete sich unter ihnen aus. Balani bangte
und hoffte, dass sich zumindest die anderen zwei bis zum Lager
durchschlagen konnten. Doch seine Hoffnung erstarb, als er auch sie im
Angesicht des Todes schreien hörte. Er wusste, dass er ihnen jetzt nicht
mehr beistehen konnte. Jede Hilfe kam für sie nun zu spät.
Einige Wölfe waren nun schemenhaft am Rande der Lichtung zu sehen und im
Unterholz war das Knacken ihrer Bewegungen zu hören.
Plötzlich taumelte ein Zwerg, der draußen Wache gehalten hatte, mit
zusammengebissenen Zähnen in den Schein des Feuers. Er zog ein
blutverschmiertes Bein benässt von grünlichen Flecken hinter sich her.
Seine Augen waren weit aufgerissen und die Todesangst spiegelte sich in
seinem Gesicht. Von seiner Axt troff schwarzes Blut. Mühsam presste er
ein paar unverständliche Worte hervor und brach schließlich vor seinen
Gefähren zusammen, die ihn mit blankem Entsetzen anblickten. Balani
erholte sich als erster von seinem Schrecken und eilte zu dem Zwerg, um
ihm auf die Füße zu helfen. Doch dessen Arme und sein Kopf hingen
schlaff zur Seite. Er war tot.
Die Zwerge waren gelähmt, standen wie angewurzelt um das Feuer herum und
starrten auf den toten Leib ihres Gefährten.
Dann auf einmal war alles anders. Plötzlich änderte sich die Situation.
Endlich entlud sich ihr Schrecken. Grimmig verzogen sich ihre Gesichter
und wutentbrannt schwangen sie ihre Äxte in die Richtung der roten
Augen. Hasserfüllt schrien sie böse Verwünschungen den Wölfen entgegen.
Unterdessen untersuchte Meoseld die grünlichen Flecken. Es war eine Art
Schleim, welcher sich sofort in die Haut seines Zeigefingers brannte.
Schnell versuchte er die Masse am Gras abzureiben. Es gelang, auch wenn
er einige Mühe hatte, das klebrige Zeug zu entfernen. Zu den Zwergen
gewandt, schrie er: "Hütet euch vor dem Speichel der Wölfe! Es ist ein
gefährliche Essenz!"
Sie sahen ihn ungläubig an.
"Sie frisst sich durch die Haut!", brüllte er hinterher. Und das
Fleisch, dachte er angewidert, als er sah, wie die grünliche Masse das
Bein des toten Zwerges zersetzt. Während Meoseld dies sagte, hielt er
seine Finger nach oben. Aber in der Dunkelheit konnte man den Wundfraß
nicht sehen.
Plötzlich erschallte ein lautes Heulen zwischen den Bäumen und die Erde
begann zu beben. Laub fiel wie Regen von den Bäumen. Die Wölfe griffen
an.
Einige Zwerge entfachten ein Feuer an ihren gefertigten Stöcken. Dann
brachen durch das Unterholz die Wölfe in das Lager ein. Sie waren zum
Entsetzen aller wesentlich größer als die Zwerge. Selbst Meoseld
reichten sie bis zur Brust. Die Waldläufer spannten ihre Bögen und ihre
Pfeile surrten auf die Körper der Tiere zu.
Der erste Pfeil erreichte sein Ziel und traf den Wolf oberhalb des
Herzens. Er zerrte wütend an dem Pfeil, um ihn herauszureißen. In diesem
unachtsamen Moment senkte sich eine Axt auf seinen Schädel herab, die
ihn ein Stück spaltete. Er schüttelte sich und taumelte davon. Die
anderen Wölfe waren erfolgreicher. Sie wichen den Schlägen der Äxte aus
und rissen einen Zwerg nach dem nächsten. Die Wölfe waren eine
Übermacht, der die Zwerge nicht gewachsen waren. Auch die Etrikaner
konnten nur wenig ausrichten. Meoseld verschoss alle seine Pfeile, so
auch Tharbath und Arodan. Doch sie konnten nur zwei Tiere verletzen, die
zunächst am Boden liegen blieben, um sich wenig später zu erheben und
erneut anzugreifen. Die Wölfe schienen unverwundbar. An ihrem dichten
Fell prallten die Pfeile der Zwerge und die der Waldläufer einfach ab.
Die Wut der Bestien aber wurde nur noch mehr angestachelt.
Meoseld zog schließlich sein Schwert und hieb auf die Wölfe ein, die
sich in seine Nähe wagten. Doch die Tiere merkten recht schnell, dass
diesem Kämpfer nur schwer beizukommen war und konzentrierten sich auf
die Halbwüchsigen. Der Waldboden war mittlerweile übersät mit den
Leichen der Zwerge. Meoseld eilte den noch lebenden zu Hilfe. Doch sein
Schwert drang nicht tief genug in die Körper der Wölfe, um sie tödlich
zu verletzen. Es war ein aussichtsloser Kampf. Schließlich schrie er den
Kämpfenden zu, sich auf die Bäume zu retten. Die wenigen Zwerge gingen
schrittweise rückwärts auf den Rand der Lichtung zu, die brennenden
Stöcke vor sich haltend. Einer der Zwerge stolperte und glitt aus. Ein
Wolf stürzte sich auf ihn und riss ihm mit einem Biss die Schulter
heraus. Die Zwerge schrien auf und in wildem Durcheinander rannten sie
nun auf die Bäume zu. Die Wölfe verstellten ihnen den Weg und töten die
übrig gebliebenen Zwerge. Einer von ihnen versuchte gerade, sich auf
einen starken Ast eines großen Baumes zu retten, als einer der Wölfe
nach oben sprang und seine Klauen in das Bein des Zwerges hieb. Er riss
ihm das Bein ab. Der Zwerg stürzte zu Boden und wurde augenblicklich vom
Wolf zerfleischt.
Meoseld schaffte es, auf den größten Baum der Lichtung zu klettern.
Arodan folgte ihm schnell und sprang hinter ihm nach oben.
"Wo ist Tharbath?", fragte Meoseld.
Arodan zuckte die Schultern und sah nach unten auf den Waldboden. Mit
seinen scharfen Augen suchte er die nähere Umgebung ab. Doch er konnte
ihn nicht sehen. "Hoffentlich hat er es geschafft", sprach Arodan
besorgt und mit zweifelnder Stimme. Es war ein grauenhaftes Bild welches
er erblickte, als er nach unten sah. Tote Zwerge lagen verstümmelt und
entstellt zu Hauf auf dem Waldboden verstreut. Die riesenhaften
Kreaturen huschten über sie hinweg und schleiften die meisten der Zwerge
mit sich fort. Die beiden konnten nichts mehr für sie tun. So saßen sie
oben auf dem Ast und warteten. Nach einiger Zeit tauchten am Fuße des
Baumes, auf den sie flüchten konnten, drei rote Augenpaare auf und
starrten zu ihnen herauf. "Die Wölfe werden versuchen, uns
auszuhungern", raunte Meoseld.
"Sie müssen schon warten, bis ich tot von hier oben herunterfalle."
Arodan spuckte verächtlich aus. "Lieber sterbe ich auf diesem Baum,
bevor ich diesen Bestien als Futter diene."
Als die Dämmerung hereinbrach, stiegen dicke Nebel aus den Niederungen
auf. Die Nacht wich dem Grauen.
"Meoseld! Sie verschwinden!", flüsterte Arodan.
Meoseld blickte nach unten. In den grauen Dunstschwaden konnte er die
riesenhaften Gestalten nicht mehr erblickten. Auch die roten Augen, die
sie noch vor kurzem angefunkelt hatten, waren verschwunden. Das böse
Knurren und Grollen entfernte sich allmählich und ebbte ab.
"Es ist sicher nur ein Trick. Wir bleiben hier oben und warten!"
Arodan nickte stumm.
Als die Sonne an diesem Tag blutrot am Horizont aufstieg, blickten sie
ihr niedergeschlagen entgegen. Eine lange und furchtbare Nacht hatten
sie überlebt. Trostlosigkeit bemächtigte sich ihrer, als sie auf das
Lager blickten. Zerbrochene Äxte lagen verstreut auf dem Schlachtfeld.
Zwei tote Wölfe konnten sie sehen und einige Überbleibsel zerrissener
Zwerge, welche die Wölfe nicht mit sich gezerrt hatten. Meoseld rief
nach Tharbath und möglichen Überlebenden der Zwerge. Einige Bäume weiter
antworteten ihnen zwei Zwerge mit angsterfüllten Stimmen.
"Es ist Balani und der kleine Zwerg mit den roten Haaren", flüsterte
Arodan. Aber von Tharbath hörten sie nichts.
Meoseld rief zu den beiden herüber, sie sollten auf den Bäumen bleiben,
bis er ihnen ein Zeichen gab.
Der verängstigte kleine Zwerg schrie zurück: "Ich komme hier nie mehr
runter!"
Dann hörten sie ihn schluchzen und die beruhigend auf ihn einsprechende
Stimme Balanis.
Langsam kroch Meoseld an den Ästen herunter. Arodan spannte seinen Bogen
und klemmte einen dicken, gerade gewachsenen Zweig hinein, dem er
notdürftig mit dem Messer eine Spitze geschnitzt hatte. Alle seine
Pfeile waren verschossen und lagen verstreut auf dem Waldboden. Dieser
Zweig, den er nun in seinen Bogen eingelegt hatte, würde diese Wölfe
zwar nicht stoppen, doch zumindest konnte er diesen Bestien etwas
entgegen halten.
Meoseld ließ sich auf den Waldboden gleiten und blickte sich um. Die
Wölfe waren verschwunden und nicht mehr zu sehen. Er lief zu den zwei
toten Bestien die auf der Lichtung lagen, um sich zu versichern, dass
tatsächlich ihr Leben ausgehaucht hatten. Sie regten sich nicht mehr,
auch nicht, nachdem er mit dem Fuß nach ihnen trat. Er untersuchte sie
vorsichtig. Dann war er sich sicher, dass sie tot waren, denn sie
atmeten nicht mehr.
Von der Stelle, an der ein drittes Tier gelegen hatte, führte eine
schwarze Blutspur in den Wald hinein. Dieser Wolf musst schwer verletzt
sein. Mit einer kurzen Armbewegung winkte Meoseld nach Arodan, der vom
Baum heruntersprang und ihm ins Wäldchen folgte. Im Unterholz konnte er
die riesige Gestalt des Wolfes liegen sehen. Vorsichtig schlichen sie
heran.
Jäh fuhr der Kopf des Wolfes herum und fixierte die Waldläufer. Mit
letzter Kraft erhob er sich. Seine Pranken zitterten. Dann aber sprang
er los auf und fiel Arodan an. Dieser verschoss seinen notdüftigen
Pfeil, der an dem Körper des Wolfes abprallte. In Todesangst spannte er
sein Schwert in den Bogen und schoss. Er traf das gewaltige Tier
zwischen die Augen. In dem Moment, in dem das Schwert den Schädel
durchbohrte, war auch Meoseld zur Stelle und stieß seinen Dolch in die
Halsschlagader des Wolfes. Zweimal tödlich getroffen, sank der Wolf vor
Arodan zu Boden. Sein Körper bebte noch einmal heftig, wand sich in
wilden Zuckungen. Dann erschlafften die Glieder. Er war tot.
Meoseld zerrte den benommenen Arodan zurück auf die Lichtung und rief
den Zwergen zu, dass sie von ihrem Baum herunter kommen sollten. Während
sie warteten, entfachte er das Feuer. Balani kam kurz darauf zu ihnen
geeilt.
"Barto bleibt noch auf dem Baum. Er ist vollkommen verstört." Dann fiel
er auf die Knie und schrie klagend zum Himmel. Arodan schwieg. Nach
einer Weile erhob sich Meoseld und suchte zwischen den verbliebenen
Toten und herumliegenden Körperteilen nach Tharbath. Als seine Suche auf
der Lichtung erfolglos war, ging er ein Stück tiefer in den Wald hinein.
Dort fand er ihn schließlich. Tharbath lag reglos auf dem unteren Geäst
eines kräftigen Baumes. Schwarzes Blut klebte an seinem Mantel. Seine
Hand war von grünem Schleim überzogen. Hastig schrie Meoseld nach Arodan.
Dieser tauchte nur eine Augenblick später hinter ihm auf und blieb
entsetzt stehen. "Tharbath?", rief er ängstlich und fühlte nach dem
Herzschlag seines Gefährten. Schwach konnte er ihn spüren. Vorsichtig
zogen die beiden den schlaffen Körper vom Baum.
Mit schmerzverzerrten Zügen blickte Tharbath die beiden an. Sie halfen
ihm auf die Beine und stützten ihn. Doch Tharbath konnte nicht Stehen.
Daher trugen sie ihn zur Feuerstelle. Es stand schlimm um ihn. Die Hand
war zerfressen und auch sein Oberschenkel war stark verletzt. Tharbath
atmete nur noch in schweren Zügen und sank in einen todesähnlichen
Schlaf. Arodan sprang auf. Er war den Tränen nahe. "Ich sammle
Kräuter!", rief er Meoseld zu und rannte fort. Als er wenig später
zurückkam, schlug Tharbath noch einmal die Augen auf und sah ihn an.
"Mein Sohn!", keuchte er mühsam. "Ich werde nun gehen."
Arodan schüttelte den Kopf und sank ihm an die Schulter. Er hielt ihm
die unverletzte Hand.
Tharbath blickte bittend zu Meoseld: "Beschütze ihn!", hauchte er mit
gebrochener Stimme. Eindringlich sah er Meoseld in die Augen: "Tue es
für mich!", flüsterte er leise.
Meoseld erwiderte seinen Blick und nickte.
Dann richtete Tharbath seine Augen auf Arodan. "Ich werde in Walhall auf
dich warten!" Ein Ruck fuhr durch seinen Körper. Aus seinen Mundwinkeln
rannen dünne Blutfäden das Kinn hinunter. Dann schloss er seine Augen
für immer und starb in den Armen Arodans.
Dieser war völlig verstört und schrie gen Himmel, rüttelte verzweifelt
an dem leblosen Körper des Toten. Dann sank er tonlos in sich zusammen
und krümmte sich qualvoll. Aber keine Träne rann aus seinen Augen. Nur
sein Blick wurde hart und stechend. Die weichen Züge verschwanden aus
seinem Gesicht und wie bei Tharbath formten sich seine Muskeln zu einer
unbeweglichen Maske. So saß er stundenlang und hielt die Hand seines
verstorbenen Vaters.
Nach einiger Zeit bedeutete Meoseld seinem Gefährten Arodan, dass sie
die Toten zu Grabe tragen mussten. Nur widerwillig erhob sich Arodan und
ließ die schlaffe Hand Tharbaths sinken.
Mühsam versuchten sie mit ihren Schwerten zwei Gruben auszuheben. Es war
sehr anstrengend. Aber der Waldboden war weich und sie schafften es.
Schließlich hatten sie zwei Gruben ausgehoben, die groß genug waren, die
Getöteten darin zu beerdigen. In die Größere der beiden trugen sie die
toten Zwerge und die übrig gebliebenene Körperteile, die verstreut auf
dem Waldboden lagen. Nur drei Zwerge waren nicht vollständig in Stücke
gerissen geworden. Balani hielt eine Ansprache. Zu jedem seiner Sippe
wusste er eine Geschichte zu erzählen und seine Augen füllten sich
ununterbrochen mit Tränen.
Arodan blieb am Grab Tharbaths sitzen und stimmte ein trauriges Lied an,
in dem er dessen Kühnheit und Mut besang, seine Liebe zu ihm und die
Trauer, die ihn nun erfüllte.
Als die Nacht hereingebrochen war, schlich Meoseld in die Wälder. Wenn
die Wölfe sie erneut angreifen wollten, müsste er die anderen
rechtzeitig warnen. Aber die Trauer beschlich auch sein Herz und daher
erfüllte er nur mühsam seine Pflicht.
Die Wölfe aber blieben verschwunden und kehrten nicht mehr zu ihnen
zurück. Ihr Weg führte sie geradewegs in westliche Richtung. Die Spuren
waren eindeutig. Die Bestien liefen zu den Hügelgräbern der Steinberge.
Tief und massig hatten sich ihre Pfoten und Krallen in den Boden
gesenkt. Schnell und ausdauernd waren sie und sie gefährdeten nun die
Sicherheit von Vinland.
Am Morgen kam Meoseld erschöpft zum Lager zurückgelaufen. Barto und
Balani der II. lagen am Boden und schliefen tief und fest an der
Feuerstelle. Arodan musste auch ein wenig geschlafen haben. Nun aber saß
er schon wieder aufrecht am Grab Tharbaths und stierte zu Boden. Als
Meoseld die Lichtung betrat, richtete er seinen schmerzerfüllten Blick
auf seinen Gefährten. Ohne ein Wort zu sagen, erhob er sich und ging auf
Kundschaft. Meoseld hüllte sich in seinen Elbenmantel und schlief am
Feuer ein. Trotz allem blieb er mit einem Ohr wachsam. Zur Mittagszeit
erhob er sich bereits wieder und stärkte sich an den Vorräten, die der
Wirt Prunus Padus ihnen eingepackt hatte. Er fühlte sich zerschlagen und
matt, Gram erfüllte ihn und die Trauer lähmte seine Gedanken. Noch immer
konnte er nicht begreifen, dass die Wölfe in einer einzigen Nacht die
gesamte Sippschaft Balanis ausgerottet hatten. Er machte sich Vorwürfe.
Doch was hätten sie tun sollen? Sie hatten ja nicht einmal genügend Zeit
gehabt, sich richtig auf den Kampf vorzubereiten. Die Wolfsbestien
griffen so schnell an und gegen ihre erbarmungslose Wut aufs Töten
konnte man bei dieser Übermacht nicht Herr werden. Meoseld hielt in
seinem Gedankengang inne. Erst jetzt wurde ihm bewusst, dass die Wölfe
aufs Töten aus waren, nicht nur auf Nahrungssuche. Sonst hätten sie
nicht alle Zwerge wahllos abgeschlachtet. Was hatte das zu bedeuten? Und
das schlimmste war, dass diese finstere Brut nun durch die Lande zog,
während die Bewohner dort keine Ahnung hatten von der drohenden Gefahr,
die sich jetzt auf sie zubewegte. Meoseld sprang auf. Er musste sie
sofort warnen!
So laut er konnte, stieß er den Ruf einer Eule in die Luft und wenig
später erschien Arodan am Rande der Lichtung. Er war sehr schnell
gerannt, so dass sein Atem heftig ging. Er hatte sein Schwert gezogen
und eilte Meoseld entgegen. Da keine Gefahr zu erkennen war, ließ er
sein Schwert zurück in die Scheide sinken. "Was ist los?", rief er.
Meoseld bedeutete ihm, an den Rand der Lichtung zu folgen. Als sie ihn
erreicht hatten, sah Arodan Meoseld fragend an.
"Ich werde dieser finsteren Brut folgen!", flüsterte dieser leise, um
die Zwerge nicht zu wecken, die noch am Feuer schliefen.
"In Ordnung, mein Freund! Ich werde dich begleiten!" Die Stimme Arodans
war vom Hass auf die Wölfe erfüllt.
"Nein! Du musst so schnell wie möglich an den Hof König Eomenrics reiten
und erfahrene Asturianer zur Hilfe holen. Auch König Valmeron muss von
den Wölfen erfahren, die mordend in Vinland ihr Unwesen treiben!"
Arodan schwieg. Meoseld hatte Recht. Nur eine erfahrene Kriegerschar
konnte es mit den Bestien aufnehmen und Tharbath und die Zwerge rächen.
Es hatte keinen Sinn, weitere Pfeile vergebens auf die scheinbar
undurchdringlichen Panzer der Wölfe zu jagen. Er hatte einsehen müssen,
wie sinnlos es war, die Bestien damit töten zu wollen, als er seinen
Köcher mit den Pfeilen gefüllt hatte, die auf dem Waldboden verstreut
lagen und noch nicht zerbrochen waren. Denn an vielen Spitzen klebte
schwarzes Blut. Trotzdem hatten die Pfeile die riesigen Warge nicht
getötet, noch nicht einmal stärker verletzt. Speere mussten her und
Krieger, die damit umzugehen wussten. Daher stimmte er zu.
Sein Gefährte Meoseld und er setzten sich ans Feuer. Balani und Barto
waren erwacht und saßen nun neben ihnen. Lustlos kauten sie auf einem
Kanten Brot.
"Arodan wird nach Astúrien reiten und Hilfe holen!", erklärte Meoseld
den beiden.
Barto wurde ganz aufgeregt. "Ihr bleibt doch aber in unserer Nähe",
flehte er den Etrikaner mit zittriger Stimme an. Doch der Waldläufer
schüttelte den Kopf. "Das könnt ihr nicht tun!", schrie der Zwerg
haltlos.
"Sei vernünftig!", schimpfte Balani mit Barto, der wie ein Häuflein
Elend Meoseld und Arodan fassungslos anstarrte.
"Ich muss den Wölfen folgen und werde versuchen, die Bewohner zu warnen,
deren Dörfern sich die Bestien nun nähern", sprach Meoseld mit ruhiger
Stimme. "Herr Zwerg, glaubt mir, die Wölfe kehren nicht zurück! Sie sind
schnellen Schrittes in westliche Richtung davongelaufen. Seid
unbesorgt!"
Barto aber schien keinesfalls beruhigt. Aber es nützte ihm nichts.
Arodan und Meoseld erhoben und verabschiedeten sich von den Zwergen mit
den besten Wünschen für ihre weitere Reise. Dann brachen sie auf.
"Lass uns weiter nach Orkney ziehen!", sprach Balani zu Barto. Dieser
nickte niedergeschlagen. Wenig später eilten die beiden von der Lichtung
und gingen zum Grünen Strauchweg, um diesem in südlicher Richtung zu
folgen.
Die Waldläufer rannten ins Ödland und Meoseld pfiff nach Feuermähne.
Nach kurzer Zeit kam der rotschweifige Hengst zu ihm galoppiert. Die
Schimmelstute und der falbe Hengst folgten ihm.
Arodan schwang sich auf sein Pferd und sah in die Augen des Hengstes der
neben seiner Stute stand. Er schien Tharbath zu suchen. Arodan fuhr ihm
durch die Mähne und sah ihm wehmütig in die Augen. Es war, als verstand
ihn das Pferd. Der Hengst ließ den Kopf sinken. Willenlos ließ er sich
von Arodan an einen Führstrick nehmen und trabte hinter ihm her. Sie
fühlten beide den gleichen Schmerz.
Meoseld sah Arodan und den Pferden nach, dann wendete er Feuermähne und
jagte den Spuren der Wölfe hinterher.
Die Bestien hatten einen großen Vorsprung. Deshalb trieb er sein Pferd
zur Eile. Die Spuren waren auch in der Nacht deutlich zu erkennen. Die
Wölfe bemühten sich nicht im Geringsten, im Verborgenen zu bleiben. Er
hoffte, dass seine Verfolgungsjagd erst einmal unbemerkt bleiben würde.
Die Tiere blieben im Rudel zusammen und liefen an den Ausläufern der
Hügelgräber der Steinberge entlang zum Morquart Wald. Sie waren
unermüdlich und rasteten nicht. Meoseld kam ihnen nur langsam näher,
denn sie waren verdammt schnell und hielten das hohe Tempo schon seit
langer Zeit. Spätestens in den frühen Morgenstunden musste er mit
Feuermähne rasten, sonst riskierte er, sein Pferd zu Tode zu hetzen.
Ein lahmendes oder gar verletztes Pferd nutzte ihm gar nichts bei seiner
Jagd. Und er hatte auch nicht vor, sein geliebtes Tier diesen Bestien zu
opfern. Die Verluste die sie bisher erlitten hatten, waren schlimm
genug.
Als er am späten Vormittag nach einer längeren Pause den Spuren wieder
folgte, stellte er fest, dass sich der Vorsprung deutlich vergrößert
hatte. Die Wölfe waren in den Morquart Wald eingedrungen. Dort verloren
sich deren Spuren schlagartig. Die Bäume, die hier wuchsen, beobachteten
ihn feindselig. Meoseld wusste, dass es sehr gefährlich war, sich in den
Morquart Wald zu wagen. So weit er wusste, hatte noch keiner ihn bisher
lebend verlassen. Gerüchte rankten sich um die Nadel- und Laubbäume, die
ein Eigenleben hatten und unter der Herrschaft des alten Baumriesen
Yggdrasils standen, der grausam und unnachgiebig gegenüber
Eindringlingen war.
Meoseld untersuchte die Spuren der Wölfe noch einmal genauer. Sie
führten dicht gedrängt in den Wald hinein. Dort, wo das Unterholz
unbegehbar wurde, verloren sich die Fußspuren gänzlich. Nur ein paar
wenige abgeknickte Zweige zeugten davon, dass hier erst kürzlich etwas
vorbeigeeilt kam. Dass es eine Horde blutrünstiger, riesiger Wölfe war,
konnte man nicht mehr erkennen.
Die Zweige der Bäume fuhren dem Waldläufer in die Haare, zerrten daran
und versuchten schließlich seine Arme zu greifen und ihn festzuhalten.
Feuermähne wurde unruhig. Meoseld verließ augenblicklich den Wald und
kehrte ihm den Rücken. "Nun muss ich auch noch diesen Wald umreiten!",
fluchte er wütend. Keine weitere Zeit wollte er mehr verlieren und
galoppierte auf die Große Handelsstraße zu, der schnellsten und
sichersten Verbindung entlang des Morquart Waldes.
***
Arodan ritt bis in die frühen Morgenstunden. Am Morgen ruhte er ein
wenig. Viele Meilen hatte er in der Nacht zurückgelegt und befand sich
nun im weiten Ödland Carrúmhs. Die Gegend war gut einzusehen. Niemand
war ihm bisher auf seinem Weg nach Astúrien begegnet. Die Zwerge hatte
er weit hinter sich gelassen. Ihre Reitkünste waren unbestritten
schlecht und sie bewegten sich bekanntermaßen auch lieber auf ihren
Füßen fort.
Als die Sonne bereits hoch am Himmel stand, ritt er weiter.
Ein paar Tage später näherte er sich der Pforte Astúriens. Bald würde er
sein Ziel erreicht haben. Noch immer fühlte sich Arodan zerschlagen und
gequält. Oftmals war er unvorsichtig und ließ es an der nötigen
Weitsicht mangeln. Für seine Unachtsamkeit tadelte er sich und war froh,
dass hier im Land alles friedlich war. Der Frühling hatte die Landschaft
in ein blühendes Meer verwandelt. Aber seine Augen blickten leer. Warme
Winde wehten und die Sonne schien unermüdlich vom azurblauen Himmel. Nur
von Norden zogen dicke Wolkenbänke heran. Auch die Luft schmeckte schon
nach nahendem Regen.
Als er Asgard vor sich auftauchen sah, verlangsamte er das hohe Tempo
und näherte sich der Stadt, deren Tore weit geöffnet waren. Der Torhüter
erkannte ihn sofort, obwohl nun mehr als ein Jahr seit ihrem Aufenthalt
in Asgard vergangen war. Schnell geleitete er Arodan zum Thronsaal der
Festung Cadválva und übergab die Pferde den Stalljungen.
Die Palastwache übernahm die Führung und geleitete ihn die Steinstufen
empor. Oben angekommen, baten sie ihn, zu warten. Arodan ließ seinen
Blick schweifen und blickte über die weite Ebene. Seine schwarzen Haare
umspielte der Wind und Trauer verfinsterte sein steinhartes Gesicht.
Seine Gedanken wanderten fort zu den glücklichen Tagen, als er noch mit
Tharbath diese wunderschöne Gegend durchstreifte.
Nach einer Weile kehrten die Wachen zu ihm zurück und rissen ihn aus
seinen Erinnerungen. Sie geleiteten ihn in die Festhalle. Hier sah alles
noch so aus, wie vor gut einem Jahr, als sie Asgard den Rücken kehrten.
König Eomenric kam ihm entgegen und begrüßte ihn freudig. Doch die
überschwengliche Freude wurde von dem Etrikaner nicht erwidert. Statt
dessen füllten sich seine Augen mit Tränen, die er trocken nach unten
würgte.
"Was ist mit euch, edler Arodan?", fragte der König und blickte in das
vollständig veränderte Gesicht des Waldläufers. Arodan antwortete nicht
gleich und unverwandt schaute Eomenric ihn fragend an. Er sah, dass die
Züge des jungen Waldläufers von Gram gezeichnet und so starr geworden
waren, dass man einen Schreck bekommen konnte. Schließlich hob Arodan an
mit monotoner Stimme zu sprechen: "Wir haben eine Gruppe Zwerge von
Berwick aus begleitet, die nach nach Süden zogen."
"Oh ja", rief der König. "Grymbli erwartet sie bereits, Balani den II.
und seine Sippschaft."
"Nun sie werden nicht kommen", erwiderte Arodan gequält.
"Wie meint ihr? Sprecht! Was ist passiert?", fragte Eomenric überrascht.
"Von einer Horde riesiger Wölfe wurden wir angegriffen, die in der Nacht
unser Lager überfielen. Sie töteten jeden, der ihren Weg kreuzte. Nur
zwei Zwerge, Meoseld und ich haben den Kampf überlebt."
Eomenric war sprachlos und blickte unverwandt in das verkantete Gesicht
des Waldläufers.
"Wir wurden nicht Herr der Lage. Einen nach dem anderen haben die
Bestien zerfleischt! Auch Tharbath!" Arodan rang um Fassung, als er den
Namen seines Vaters sprach. "Sie haben eine undurchdringliche Haut.
Unsere Pfeile prallten von ihnen ab, wie nutzlose Stöckchen!" Er lachte
irre. "Unsere Schwerter waren wie Spielzeuge. Sie konnten nicht tief
genug in die Leiber der Wölfe eindringen, um sie gefährlich zu verletzen
oder gar zu töten. Diese Bestien haben alle gemordet, die sich nicht
rechtzeitig auf die Bäume retten konnten." Arodan sprach nur noch
stockend. Der Hass glühte in seinen Augen. "Aus ihren Mäulern troff
grünlicher Speichel, schleimig klebrig. Dieser verbrannte unsere Haut
und das Fleisch, das mit ihm in Berührung kam. Diese Kreaturen
meuchelten erbarmungslos und jetzt durchstreifen sie Vinland! Meoseld
hat ihre Verfolgung aufgenommen. Doch er steht allein!"
"Nicht mehr lange, mein Freund. Nicht mehr lange! Doch sagt: Mit wie
vielen Wölfen habt ihr gekämpft?"
"Die Frage ist nicht einfach zu beantworten. Aber sicher kann ich sagen,
dass es nicht weniger als zehn waren."
Eomenric rief nach Hambar, dem Hauptmann der Palastwache. Als er kam,
winkte er ihn zu sich und sprach: "Stellt eine Reiterschar von fünfzig
Asturianern auf! Wir werden in Kürze Wölfe jagen, die im Norden Vinlands
ihr Unwesen treiben. Nur leichtes Gepäck, Speere und Schwerter."
"Bogen auch?", fragte Hambar.
"Nein, keine Bögen, die Pfeile können die Haut der Tiere nicht
durchdringen."
Hambar machte ein zweifelndes Gesicht, schickte sich dann aber an, zu
gehen, um die Befehle des Königs auszuführen.
"Hambar!" Der Hauptmann blieb stehen und drehte sich zu seinem König um.
"Die drei schnellsten Kuriere sollen zu mir kommen." Hambar verneigte
sich und eilte davon.
Eomenric widmete sich wieder Arodan. "Ihr seid sicher müde und hungrig."
Arodan nickte. Der König winkte einem Diener. Dieser führte Arodan
wortlos in das kleine Zimmer, dass er damals mit Meoseld und Tharbath
bewohnt hatte. Flink richtete er die Schlafstätte und ließ aus der Küche
Köstlichkeiten auftischen. Arodan bedankte sich und aß ein paar Bissen
zur Stärkung. Später hätte er nicht einmal mehr sagen können, was er da
überhaupt gegessen hatte. Dann legte er sich nieder und schlief tief und
fest den gesamten Abend und die Nacht hindurch.
Als Arodan am Morgen erwachte, herrschte reges Treiben. In den Gängen
eilten Männer in Rüstungen, mit Schwertern, Schilden und Helmen an ihm
vorbei. Er ging in den großen Thronsaal der mächtigen Festung Cadválva
und sah dort den König, wie er sich mit den Wachleuten besprach und
Anweisungen erteilte. Es herrschte reges Kommen und Gehen. Als Eomenric
ihn sah, winkte er ihn zu sich. "Arodan, lasst euch in der Küche
bewirten! Wenn die große Glocke läutet, kommen alle ausgewählten
Gefolgsleute zu mir. Ihr werdet Ihnen von den Wölfen erzählen müsssen.
Soweit ich mitbekommen habe, kursieren bereits die wildesten Gerüchte
über sie." Eomenric lachte und zwinkerte.
Arodan nickte und verschwand in Richtung Küche. Ihm war diese Hektik
nicht geheuer. Als er die Glocke hörte, ging er zur Halle zurück. Dort
standen fünfzig grimmig anzusehende Asturianer. Ihre Gesichter waren
unbeweglich, ihre Haltung aufrecht und starr. Vor der Brust hielten sie
ihre Sonnenschilde und den Speer. Sie trugen lange Schwerter und spitze
Helme, die mittig durch einen Holm verstärkt waren, damit die Nase
geschützt blieb. Sie sahen aus wie in Silber gekleidete Statuen.
König Eomenric trat vor seine Krieger. Auch er hatte seine silberne
Rüstung angelegt, die mit goldenen und roten Borten abgesetzt war. Er
trug einen Helm in der Machart, wie die der anderen. Aber aus dem seinen
ragten zusätzlich grüne, geflochtene Bänder aus der Spitze.
"Männer! Kampfgefährten!", rief er laut in die Menge. "Gar nicht so
lange ist es her, dass wir in einen Kampf gezogen sind. Und nun ist es
wieder soweit. Doch ziehen wir nun in einen Krieg gegen riesige
Ungeheuer, die in Vinland eingefallen sind und dort Unheil stiften. Eine
Schar Zwerge wurde von ihnen hinterhältig gemeuchelt. Arodan, Waldläufer
des Nordens, treuer Vasall des vereinigten Königreiches hat seinen
Gefährten und Vater im Kampf verloren. An Kampferfahrung,
Geschicklichkeit, Mut und Tapferkeit fehlte es dem Krieger Tharbath
nicht. Doch diese Bestien sind gerissen und schwer zu töten. Arodan wird
uns zu den Wölfen führen und wichtige Hinweise für die Taktik im Kampf
mitteilen."
Arodan schritt vor die Männer und sprach: "Wir haben vor einigen Tagen
mit Wölfen kämpfen müssen. Sie haben die Größe von ausgewachsenen
Ponys." Ein leichtes Raunen ging durch die Reihen. "Ihre Augen leuchten
rot und grausam zerreißen sie ihre Opfer. Unsere Pfeile vermochten
nicht, ihr dichtes Fell zu durchdringen. Wir konnten nur mit Mühe drei
Tiere töten. Eines wurde in der Bauchgegend im Sprung getroffen, dort wo
das Fell nicht so dicht und die Haut dünner ist. Einem anderen Wolf
konnte der Schädel mit einer Axt gespalten werden, als er einen kurzen
Augenblick unachtsam war. Das dritte Tier war lediglich durch viele
Schwertstiche verwundet, die es jedoch nicht getötet haben. Meoseld
konnte ihm zuletzt sein Schwert ins Herz rammen und ich habe mein
Schwert als Pfeil nutzten müssen, als der Wolf mich anfallen wollte. Aus
kurzer Distanz konnte ich es dieser Bestie mit meinem Bogen zwischen den
Augen versenken!" Die Asturianer blickten Arodan bewundernd an. Dieser
fuhr fort: "Die Wölfe sind listig und weichen trotz ihrer Größe
geschickt den Schwerthieben aus. Meist greifen sie zu zweit oder zu
dritt an. Aus ihren Mäulern troff grünlicher Speichel. Davor müsst ihr
euch hüten und stark aufpassen, dass ihr damit nicht in Berührung kommt.
Er zersetzt alles, Haut, Fleisch und sogar Metall." Arodan beendete
seinen Bericht und trat einen Schritt zurück.
"Männer!", rief nun wieder der König. "Ihr seht, wir haben es mit keinem
leichten Gegner zu tun. So weit ich gehört habe, sollen von diesen
Bestien noch ungefähr zehn am Leben sein. Fünf bewaffnete Asturianer
werden je einen Wolf töten. Lasst uns den Tod der Zwerge und des mutigen
Etrikaners Tharbath rächen!"
Die Asturianer schrien laut und brüllten siegessicher heroische
Kampflaute, schwangen ihre Speere und klopften mit diesen auf den Boden,
so dass ein rhythmisches Geräusch entstand. Jeder von ihnen schien
begierig darauf, in den Kampf ziehen zu dürfen. Selbst der König
strahlte seine Krieger an.
Frieden bekommt den Männern nicht, dachte Arodan verächtlich. Sie werden
noch ihren Kampf auf Leben und Tod bekommen. Er dachte an seinen Vater
Tharbath und fühlte einen heftigen Stich im Herzen.
Bewegung war in die Truppe gekommen. Sie gingen durch die Halle nach
draußen und liefen zu ihren Pferden. Einer nach dem anderen bestieg sein
Ross und ritt aus der Stadt. Die Menschen von Astúrien hatten sich am
breiten Weg eingefunden und winkten den Kriegern in ihren Rüstungen zu.
Kleine Jungen schwangen ihre Holzschwerter und liefen den Berittenen ein
Stück hinterher. In Asgard herrschte Feststimmung. Es ist eben ein
kriegerischen Volk, dachte Arodan traurig. Für den Ritt wählte er seine
Schimmelstute und ließ den falben Hengst in Asgard zurück. Hier konnte
er auf saftigen Weiden grasen, mit den vielen anderen Pferden tollen und
so den Verlust seines Herrn besser verschmerzen. Arodan ritt als einer
der Letzten nach draußen. Die Reiter vor ihm erwiesen an den
Hügelgräbern ihren gefallenen Königen die Ehre, in dem sie sich nach
rechts und links verneigten und dann ihre Schwerter in die Luft reckten.
Unterhalb der Gräber formierten sie sich. Gewohnheitsmäßig ritten sie in
Zweierreihen, voran der König und ein Wappenträger.
König Eomenric schickte nach Arodan und bat ihn, in vorderster Front
mitzureiten, um ihnen später den Weg zu weisen. Der Etrikaner ritt nach
vorn und reihte sich neben dem König ein. Eomenric neigte sich zu Arodan.
"Gestern sind zwei meiner schnellsten Reiter aufgebrochen. Einer reitet
nach Süden, um König Valmeron über den Vorfall am Morquart Wald zu
informieren, der andere nach Orkney, um Grymbli, Grimsbarts Sohn, die
furchbare Nachricht zu übermitteln."
Arodan nickte. König Eomenric drehte sich zu seinen Kriegern um und
reckte sein Schwert in die Höhe.
"Lasst uns die Mörderbestien jagen!", schrie er ihnen entgegen. Tosendes
Kampfgebrüll der Asturianer erfüllte die Luft, während sie ihre Speere
in die Luft stießen. Dann schlugen sie ein schnelles Tempo an und ritten
mit der Sonne. Sie galoppierten geradewegs zur Pforte Astúriens. |