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12.
Kapitel - Eine folgenschwere Entscheidung
Valmeron ritt an der Spitze des großen Heeres, Wappen- und Bannerträger
flankierten ihn zur rechten und zur linken Seite. Die Sonne schien vom
eisblauen Himmel herab und tauchte das rote Sonnengebirge in gleißendes
Licht. Sie waren nun schon seit vielen Wochen unterwegs. Endlich
erblickten sie in der Ferne die Türme Tol Dalarnas, der Hauptstadt
Odhrains. Die Schritte der Krieger wurden augenblicklich beflügelt,
daher erreichten sie schon bald das große Eingangstor der Stadt.
Schon von weitem liefen ihnen die Menschen freudeschreiend entgegen. Die
Frauen fielen den Männern in die Arme und die Kinder umsprangen die
Heimkehrer jauchzend. Es bildete sich eine lange, breite Gasse, durch
welche das große Heer marschierte. Mit viel Jubel wurde der geliebte
König Valmeron von seinem Volk empfangen. Von Stolz erfüllt, ritt
Valmeron auf seinem Ross durch das Tot. Sein Schwert Gungnir hielt er
dabei in die Höhe gestreckt. Es strahlte hell und funkelte derart, dass
die Augen der Betrachter schmerzten. Ehrfürchtig blickten die Menschen
auf das Symbol der Freiheit.
Schnell passierte der König die Rath Vervúlain, ritt durch die Rath
Ruéva, bis er die breite Strasse Kingsrodúr erreichte. Dort waren die
meisten Tol Dalarner versammelt. Sie schwenkten Fahnen und bunte Tücher.
Die Freude der Menschen war unbeschreiblich. Sie befanden sich in einem
wahren Glückstaumel.
Erst als Valmeron
die Rath Valarna erreichte, wurde es ruhiger. Er und ein geringer Teil
seines Heeres befanden sich nun in der letzten Strasse. Jetzt mussten
sie nur noch das Tor, zum Innenhof der Zitadelle, passieren. Bis hierher
waren dem König nur die Hauptleute, die Wachmannschaften, seine
Palastwache, die Krieger im ständigen Dienst des Heeres und seine
Offiziere gefolgt.
Als sie den großen Innenhof
endlich erreicht hatten, wurden sie von den zurückgebliebenen Kriegern
Tol Dalanars empfangen. Hier herrschte strenge Ordnung und Disziplin.
Die Gesichter der Krieger, der aufmarschierten Palastwache, wirkten wie
versteinert, so starr und unbeweglich war ihre Mimik. Thor Corowan eilte
ihm entgegen. Erst nachdem Valmeron aus dem Sattel gestiegen war, fielen
sie sich in die Arme. Sie hielten einander fest. Viele schreckliche
Dinge waren in der Vergangenheit geschehen und es war, als versicherten
sie sich des Zusammenhalts.
Valmeron hatte mit Entsetzen registriert, welche Schäden die Riesen bei
ihrem Angriff angerichtet hatten. Überall in der Stadt waren diese
Spuren noch deutlich sichtbar gewesen. Viele Häuser waren zerstört,
andere abgebrannt. Doch die meisten hatten nur kleinere Beschädigungen
davongetragen. Die Reparatur- beziehungsweise Aufbauarbeiten waren
bereits in vollem Gange.
Die Freude über die Heimkehr der Krieger des odhrainischen Heeres war so
groß, dass in Tol Dalarna spontan ein riesiges Fest gefeiert wurde,
welches weder geplant noch vorbereitet war. Noch ehe man sich versah,
spielten plötzlich auf den Strassen jede Menge Spielmannsleute und in
Glückseligkeit tanzten Frauen und Kinder mit den Heimkehrern. Die
Schenken füllten sich und eine ausgelassene Stimmung schwebte über der
Stadt. Vergessen waren das Elend und der Schrecken der Vergangenheit und
man sah an diesem Tag in glückliche Gesichter.
Valmeron eilte die Stufen zur Zitadelle empor. Jetzt wollte er nur noch
seine geliebte Frau in die Arme nehmen. Arcana lief ihm aus der
Zitadelle entgegen. Tränen der Freude liefen ihr über das wunderschöne
Antlitz. Wie versteinert blieb der König plötzlich stehen und
betrachtete seine Frau eingehend. Sein Gesicht hellte sich auf und
freudestrahlend lief er ihr entgegen. "Warum hast du mir nichts davon
gesagt ?" Arcana war so glücklich, dass sie kein Wort
hervorbrachte. Sie hielten sich in den Armen und schmiegten sich eng
aneinander. Valmeron fühlte eine wohltuende Wärme in sich aufsteigen, Er
küsste seine geliebte Frau und streichelte ihr über die Rundungen des
Bauches.
"Es wird bestimmt ein Sohn. Ich fühle es genau!" "Du irrst, mein
Geliebter. Ich werde dir eine liebreizende Fee schenken, so bezaubernd
wie der anbrechende Morgen!". *Ob Sohn oder Tochter, das ist mir gleich.
Das Kind wird deiner Schönheit ebenbürtig sein und der Sonnenschein in
meinem Herzen werden !. Sage mir, wann ist es soweit?" "Du wirst noch
eine kurze Weile warten müssen; noch zwei Monde!" "Sobald schon? Ich war
viel zu lange fort. Wie schwer hast du es ohne mich gehabt. Ich hätte
bei dir bleiben sollen. Doch ahnte ich nichts von den besonderen
Umständen!" Das hätte auch nichts geändert, dachte Arcana traurig. Dann
sprach sie: "Nun bist du ja wieder hier und nichts wird uns mehr
trennen!"
Valmeron zog die Stirn in Falten. Schön wäre es, dachte er besorgt.
Hoffentlich hast du recht. Der Schatten war mit einem Mal wieder deutlich
zu spüren und eine dunkle Ahnung bemächtigte sich seiner.
Mit leisen Worten verabschiedete er seine Frau. Dann erfüllte er seine
Pflicht als König. Er begrüßte die Würdenträger des Landes, in der
Reihenfolge von Amt und Würde, seine Krieger, seinen Hofstaat und seine
engsten Vertrauten.
Am Abend hielt er eine große Besprechung ab. Die wichtigsten Menschen,
Thor Corowan, Belegond und der Rat von Odhrain waren gekommen. Sie
stritten und diskutierten über die dunkle Macht, die sich im Norden, am
Rande des Dunkelwaldes niedergelassen hatte. Dann berichtete Valmeron
ausführlich vom Kampf gegen die Bestien am Morquart Wald. Sein größtes
Interesse galt jedoch dem Überfall der Riesen auf Tol Dalarna. Er hörte
sich die verschiedenen Berichte an, die ihm einmal aus dem Blickwinkel
der einzelnen Krieger und zum anderen aus dem der Offiziere erzählt
wurden. Dabei blieb er auffällig schweigsam. Zu später Stunde
schließlich verabschiedeten sich der Rat und die vielen Gäste. Am Ende
blieb Valmeron mit Thor Corowan allein zurück. "Nun berichtet mir von
dem, was ich noch nicht gehört habe und lass mich deine Meinung zu den
Vorfällen in Midgard wissen!" Thor Corowan blickte seinen König musternd
an. Valmeron war ein ausgesprochen kluger Mann, der mehr Dinge wusste,
als man erahnen konnte und der mit vortrefflicher Weitsicht die
richtigen Entscheidungen traf. Sein Verstand wurde von einem scharfen
ungetrübten Geist gelenkt. Thor Corowan bewunderte seinen König. Dann
sprach er mit leiser Stimme: "Die Kuriere, welche Tol Dalarna lebend
erreichen, berichten nur von Angst und Schrecken im Norden. Das graue
Ödland, die Gegend um den Beloozero, Lothian und der gesamte Süden des
Dunkelwaldes sind bereits fest in der Hand der dunklen Macht. Die
Festung Al Taramún ist der Sitz des Bösen. Von dort aus agiert der
Geheimnisvolle. Niemand weiß, wer er ist, dieser finstere Fürst, der
sich dort niedergelassen hat. Sämtliche Versuche, näheres in Erfahrung
zu bringen, scheiterten. Wir haben zwei unserer besten Späher verloren.
Sie sind ins Netz der Dunkelheit geraten. Vor Tagen erreichten Händler
den Hof. Sie sahen schrecklich aus und berichteten, dass nur wenige der
Gesandtschaft den Übergriff der Orks im Süden des Grauen Ödlandes
überlebt haben. Sie haben erzählt, dass bereits der gesamte Süden
Rogalands und das Wintergebirge von Orks durchstreift wird. Rath
Arainion steht kurz vor dem Fall. Die Zwerge haben die Pforten zu ihren
Hallen geschlossen. Nur ein einziger Pass über das Gebirge ist noch in
sicherer Hand der Menschen. Von anderen wissen wir, dass Orks die neuen
Herren des Pryamonwaldes Lothians sind." Valmeron hörte aufmerksam zu.
Keine Miene in seinem schönen Gesicht verriet, was er wirklich dachte.
"Der Norden ist nicht mehr sicher. Alle Berichte unserer Kundschafter
ähneln sich. Das finstere Gesindel taucht wie aus dem Nichts von überall
auf. Scharen, dunkler Geschöpfe ziehen durch das Land, überfallen
scheinbar wahllos die Dörfer und stecken anschließend alle Häuser in
Brand. Die Menschen werden getötet oder verschleppt. Niemand weiß wohin!
Wir gehen jedoch davon aus, dass sie nach Cámulán in die Festung Al
Taramún gebracht werden. An der Pforte nach Odhrain lagert bereits eine
riesige Streitmacht der finsteren Brut. Sie werden immer dreister. In
Ost-Godiva geht bereits das Entsetzen um und überall herrscht Schrecken.
Immer öfter beobachten die Späher, das einzelne Truppen die nördlichen
Grenzen durchbrechen und in unser Land eindringen. Oberhalb des Rauros
ist kein Durchkommen mehr, die gesamte Region wird von Orks
kontrolliert. Viele andere finsteren Kreaturen wurden gesichtet;
schwarz, riesige Spinnen und rotäugige Wölfe. Krieg steht bevor. Ich bin
wirklich froh, dass ihr zurückgekehrt seit. Das Heer von Mazar-i-Shalifh
steht, wie von euren Kurieren aufgetragen, bereit. In Tintagel wird
bereits ein riesiges Heer unter Führung von Lord Telperon
zusammengestellt. In zwei Monaten, wenn die ersten Blumen auf den
südlichen Wiesen erblühen und der Winter sich dem Ende neigt, dann steht
ein Heer von mehreren tausend Kriegern bereit, sich der dunklen Macht zu
stellen! Asturien kann diese Streitmacht mit mindestens weiteren
fünftausend Kriegern verstärken. Auch die Elben Lothians, die
Dunkelelben Rogalands und die Riamirdan Dol Riadas werden uns zur Seite
stehen. Dieses große Heer Midgards wird den Unbekannten hoffentlich
vernichten können.
Valmeron blickte in die klaren Augen Thor Corowans. Dann sprach er leise
mitunheilvoller Stimme:" Asturien wird von Verrat bedroht! Und ihr habt
Recht, es wird Krieg geben! In der nächsten Zeit rechne ich jedoch mit
keinem großen Angriff des dunklen Herrschers. Noch sind mir seine wahren
Absichten des bösen Unbekannten nicht klar geworden. Bedenkt! Wenn er
wirklich die Absicht gehabt hätte, Odhrain jetzt zu erobern, dann wäre
es ihm ein Leichtes gewesen, dieses während der Abwesenheit unseres
Heeres zu tun! Aber er ist nicht in unser Land eingefallen! Und für mich
stellt sich die Frage: Warum ?" Thor Corowan zuckte mit den Schultern.
Sein Blick wirkte befremdlich. "Sagtet ihr gerade Asturien wird
von Verrat bedroht ?" "Ja! Tharodrim, der Marschall der Mark, wird
versuchen König Eomenric zu stürzen!" "Tharodrim ? Weiß der König davon
?" "Ja, und doch wird das Unfassbare geschehen! Denn er glaubt nicht den
Worten unseres Kuriers Miragorn. Dieser wurde als Erster mit dem Verrat
konfrontiert. Krieger Tharodrims versuchten ihn zu töten, damit er das
Heer am Morquart Wald nicht erreicht. König Eomenric sollte noch nicht
zurückkehren!" "Das ist ja furchtbar! Wenn Eomenric gestürzt wird,
zerbricht die Allianz!" "Genau das wird geschehen, mein Freund!"
"Wir brauchen aber die Krieger Asturiens! Der dunkle Fürst rüstet zum
Krieg und es sieht danach aus, als fallen seine Schergen bald in Godiva
ein! Wir müssen König Eomenric gegen die Verräter beistehen!" Valmeron
schüttelte den Kopf. "Nein. Er wollte, dass unser Heer nach Süden zieht.
Außerdem können wir keine Streitkräfte entbehren, wenn der finstere
Herrscher seine Truppen aufmarschieren lässt. Auch wenn ich glaube, dass
er seinen Hauptschlag noch nicht ausführen wird. Irgend etwas hält den
dunklen Fürsten noch zurück! Ich weiß leider nur noch nicht, was ?" Der
König dachte angestrengt nach. "Was um alles in der Welt haben wir nur
übersehen? Ich denke, die Antwort ist ganz einfach. Doch ein dichter
Nebel umgibt die Lösung des Rätsels." An Thor Corowan gewandt, fragte
er:" Gibt es Gerüchte, wer sich in der Festung von Al Taramún
niedergelassen hat ?" "Nein! So gesehen, wissen wir nichts. Noch keiner
hat den dunklen Herrscher zu Gesicht bekommen. Niemand weiß, wer
überhaupt über solch enorme Kräfte verfügt, in so kurzer Zeit eine
derart starke Armee heranzuzüchten und sich die finsteren Kreaturen
dienstbar zu machen. Einige der Ratsmänner meinen es sei ein erstarkter
Nagual. Doch wir wissen, das die Nagual geschwächt sind und in Hvammur
ein tristes Dasein führen. Andere behaupten es sei Loki, der sich von
den Fesseln befreien konnte und aus den Tiefen der Welt empor gestiegen
ist. Aber das halte ich für unmöglich. Von Loki wurde nicht einmal mehr
ein Schatten gesehen. Die Weisen und die Elben wissen, dass Loki nicht
mehr in der Lage ist, zu solch mächtigen Kräften zu gelangen. Von den
Göttern wurde er mit seinen eigenen Gedärmen an die Felsen gekettet. Er
darbt in der unterirdischen Hölle Hel und der Tod wacht über ihn!"
Valmeron nickte. "Doch wer ist es dann? Guter Rat ist teuer! Wie weit
konnten unsere Kuriere vordringen?" "Wie schon gesagt, zwei unserer
besten Späher haben wir bereits verloren. Sie trieben auf dem Anúbaz
Cádron in kleinen Booten bis nach Mataz-i-Shalifh. Sie waren von
schwarzen Pflanzen umrahmt und ihre Körper waren grausam entstellt. Ihre
eigenen Waffen ragten aus ihren Leibern. Sie wurden gefoltert und
gequält." Valmeron war erschüttert. "Das war noch nicht alles. Das
Grausamste kommt erst noch. Eine merkwürdige Botschaft war mit den
Dolchen unseren Männern an ihre entstellten Gesichter geheftet. Hier ist
sie!" Thor Corowan holte eine schwere, eiserne Schatulle und öffnete
sie. In ihrem Innern lagen zwei lederne Fetzen, blutdurchtränkt. "Es ist
zweimal die gleiche Botschaft." Thor Corowan faltete einen der beiden
Lederstücke auseinander. Viele schwarze Runen waren darauf abgebildet.
In der Mitte prangte die schwarze Hand. Valmeron nahm das Lederstück in
die Hand und betrachtete es eingehend von alles Seiten "Eine schwarze
Hand", murmelte er leise und versank in Gedanken. "Eine schwarze Hand",
flüsterte er erneut. Dann befühlte er das Leder und schien nach einem
möglichen Hinweis zu suchen. Schließlich blickte er auf. "Wer trägt das
Zeichen der schwarzen Hand?" Thor Corowan zuckte mit den Schultern. "Den
Gelehrten ist nur die weiße Hand bekannt, das Zeichen Morodans!" "Nein,
nein! Morodan ist tot. Ich habe die Überreste seiner Leiche gesehen. Sie
wurde oberhalb des Mühlberges in den Rainländern verscharrt." " Er ist
ein Shiomani. Was ist mit seiner Seele?" Valmeron schüttelte
nachdenklich seinen Kopf. "Seine schwarz gewordene Seele ging mit der
alten Welt unter. Der Ase Thor hat eigens den Sturm gesandt, um seine
Seele in alle Winde zu vertreiben!" "Dieser Fremde gibt uns wahrlich
Rätsel auf." "Es bleibt uns nichts anderes übrig, als den erfahrendsten
Waldläufer nochmals nach Al Taramún zu schicken!" "Wer soll das sein?"
"Ich, Thor Corowan, ich!" "Das wird der Rat nicht zulassen und mit
meiner Stimme braucht ihr für dieses Vorhaben auch nicht zu rechnen. Ihr
seid der König!" "Habt ihr einen anderen Vorschlag?" Thor Corowan
schwieg.
"Ich werde mich nach Al Taramún begeben!" "Dieser Entscheidung kann ich
nicht zustimmen!" "Das müsst ihr auch nicht!" "Valmeron, ihr gehört an
die Seite eures Volkes. Das Protokoll und die Gesetze Odhrains erlauben
es nicht, dass ihr Tol Dalarna für eine so gefährliche Mission verlasst.
Wenn euch etwas geschieht, hat unser Land und auch die neue Welt
>Midgard< keinen würdigen Erben. Ihr wisst, dass dies nicht geht!" "In
zwei Monden wird die Königin Arcana Odhrain einen königlichen Erben
schenken und bis dieser das Land regieren kann, habe ich immer noch
euch, Thor Corowan, Statthalter von Tol Dalarna und Fürst von Godiva."
Thor Corowan schüttelte den Kopf. "Der Rat wird diesen Entschluss nicht
gut heißen." "Dann wird der Rat einen besseren Vorschlag unterbreiten
müssen und das wird ihm schwer fallen. Wenn es einen gefahrlosen Weg
gäbe, würde ich mich nicht in diese tödliche Gefahr begeben." "
Valmeron, ich kann nicht zulassen, dass ihr euer Leben aufs Spiel setzt.
So hört meinen Entschluss. Ich werde diese schwierige Aufgabe
übernehmen!" Valmeron sah Thor Corowan nachdenklich an. "Wisst ihr auch
genau was ihr da sagt?" "Niemals wusste ich es genauer, als jetzt!" "Nun
gut, mein treuer Thor Corowan, ich werde über euren Vorschlag
nachdenken! Der Rat wird das letzte Wort haben und schlussendlich über
euren Antrag befinden!" Sie sahen sich lange schweigend an, dann erhob
sich Thor Corowan. "Ich gehe nun und bereite alles vor. Erwartet mich in
drei Tagen zurück!" Valmeron nickte. Zum Abschied fielen sie sich in die
Arme. Es stand ohne Frage, dass sie sich mochten. Sie waren Freunde
geworden. Beide ballten ihre Hände zu Fäusten. Dann eilte Thor Corowan
davon.
Valmeron begab sich auf die Brüstung der Zitadelle. Wenig später sah er
Thor Corowan, wie er von einigen Kriegern begleitet durch die vielen
Stadtringe zum großen Osttor ritt. Als er das schwere Eingangstor der
Stadt hinter sich gelassen hatte, preschten die Reiter nach Norden in
Richtung West-Godiva. Alsbald verschwanden sie in der Dunkelheit. Der
König blickte noch einige Zeit in die hell erleuchteten Strassen der
Stadt. Noch immer feierten die Menschen ausgelassen die Heimkehr der
Krieger. Dann, nach geraumer Zeit, kehrte Valmeron der Stadt den Rücken,
drehte sich um und schritt zur Kammer Arcanas. |